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AfA bei Immobilien: Wie du als Vermieter den Gebäudewert abschreibst

Wenn du eine vermietete Immobilie kaufst, erwirbst du einen Vermögenswert, der sich über die Zeit abnutzt. Genau hier setzt die AfA an: die "Absetzung für Abnutzung". Sie bildet diesen Wertverzehr steuerlich ab und ist einer der wichtigsten Hebel, warum eine Immobilie als Kapitalanlage steuerlich anders behandelt wird als reines Sparen. In diesem Grundlagen-Artikel erklären wir dir ruhig und ohne Hype, wie die AfA funktioniert, was du wirklich abschreiben kannst und wo die typischen Stolpersteine liegen.

Wir konzentrieren uns hier auf das Konzept und die lineare Standard-AfA. Für die Sonderformen wie §7b, Denkmal oder das Restnutzungsdauer-Gutachten findest du am Ende weiterführende Seiten. Stand der genannten Werte: 2026, ohne Gewähr. Die verbindliche Beurteilung deines Einzelfalls gehört in die Hände deines Steuerberaters.

Stand: Juni 20265 Min. LesezeitSachgrund Immobilien

Was AfA überhaupt bedeutet

AfA steht für Absetzung für Abnutzung. Die Idee dahinter ist einfach: Ein Gebäude verliert über die Jahre durch Nutzung und Alterung an Wert. Der Gesetzgeber erlaubt dir, diesen Wertverlust als sogenannte Werbungskosten von deinen Mieteinnahmen abzuziehen. Die rechtliche Grundlage dafür ist § 7 Einkommensteuergesetz (EStG).

Das Besondere daran: Die AfA ist ein Aufwand, den du steuerlich geltend machst, ohne dass in dem Jahr tatsächlich Geld von deinem Konto abfließt. Du verteilst die Anschaffungskosten des Gebäudes rechnerisch über viele Jahre und minderst so dein zu versteuerndes Einkommen aus Vermietung und Verpachtung. Wichtig: Die AfA setzt voraus, dass die Immobilie der Einkünfteerzielung dient, also vermietet wird. Bei einer selbst genutzten Wohnung greift die normale Gebäude-AfA nicht.

Was die AfA nicht ist: ein garantierter Steuervorteil in einer bestimmten Höhe. Wie stark sie sich auswirkt, hängt von deinen individuellen Einkünften, deinem Steuersatz und der konkreten Immobilie ab. Wir erklären hier die Mechanik, nicht ein Ergebnis.

Nur das Gebäude zählt, nicht das Grundstück

Ein Punkt, den viele beim ersten Mal übersehen: Du kannst nicht den gesamten Kaufpreis abschreiben. Abnutzbar ist nur das Gebäude. Der Grund und Boden nutzt sich nach Auffassung des Steuerrechts nicht ab, er verliert nicht an Wert durch Gebrauch. Deshalb muss der Gesamtkaufpreis in zwei Teile zerlegt werden:

Je nach Lage und Bodenrichtwert entfällt in der Praxis häufig ein erheblicher Anteil auf das Grundstück, besonders in begehrten Städten. Diese sogenannte Kaufpreisaufteilung kannst du über eine sachgerechte Aufteilung im Kaufvertrag, über die Arbeitshilfe des Bundesfinanzministeriums oder über ein Sachverständigengutachten herleiten. Wichtig zu wissen: Das Finanzamt erkennt eine vertragliche Aufteilung nur an, wenn sie die realen Wertverhältnisse nicht offensichtlich verfehlt. Eine zu günstig gerechnete Aufteilung kann später korrigiert werden. Lass die Aufteilung deshalb sauber dokumentieren und von deinem Steuerberater prüfen.

Die linearen AfA-Sätze nach Baujahr

Die Standardform ist die lineare AfA: Du schreibst jedes Jahr den gleichen Prozentsatz des Gebäudewerts ab. Welcher Satz gilt, richtet sich vor allem nach dem Zeitpunkt der Fertigstellung. Die folgenden Werte gelten nach § 7 Abs. 4 EStG (Stand 2026, ohne Gewähr):

Diese Sätze sind gesetzlich pauschalierte Werte. Sie sagen nichts darüber aus, wie lange das Gebäude tatsächlich genutzt werden kann – sie sind eine steuerliche Typisierung. Für viele Bestandsobjekte landet man also bei den klassischen 2 %. Ob in deinem Fall ein höherer Satz oder eine andere Methode in Betracht kommt, ist eine Frage für die steuerliche Beratung.

So entsteht die Bemessungsgrundlage

Die Bemessungsgrundlage ist der Betrag, auf den der AfA-Satz angewendet wird. Sie besteht nicht nur aus dem reinen Gebäudekaufpreis. Dazu zählen auch die anteiligen Erwerbsnebenkosten, soweit sie auf das Gebäude entfallen, also typischerweise:

Diese Nebenkosten werden im gleichen Verhältnis wie der Kaufpreis auf Gebäude und Grundstück aufgeteilt. Nur der auf das Gebäude entfallende Teil erhöht die Bemessungsgrundlage – ein Punkt, der in der Praxis häufig nicht berücksichtigt wird.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel

Hinweis: Das folgende Beispiel ist eine ausdrücklich unverbindliche Illustration der Rechenmechanik. Es enthält bewusst runde Zahlen, ist kein Versprechen und ersetzt keine individuelle Berechnung durch deinen Steuerberater.

Angenommen, eine vermietete Eigentumswohnung (Fertigstellung 2010) kostet inklusive Nebenkosten 400.000 Euro. Die Kaufpreisaufteilung ergibt einen Gebäudeanteil von 70 %:

In diesem Beispiel könntest du also rechnerisch 5.600 Euro pro Jahr als Werbungskosten ansetzen, die deine Mieteinnahmen mindern. Wie stark sich das auf deine tatsächliche Steuerlast auswirkt, hängt von deinem persönlichen Steuersatz und deinen übrigen Einkünften ab und lässt sich pauschal nicht sagen. Die Zahlen oben sind reine Veranschaulichung der Formel: Bemessungsgrundlage × AfA-Satz = jährliche AfA.

Abgrenzung zu den Sonderformen

Die lineare AfA ist der Normalfall. Daneben gibt es Instrumente, die unter bestimmten Voraussetzungen schnellere oder zusätzliche Abschreibungen ermöglichen. Sie haben jeweils eigene Bedingungen und sind nicht für jede Immobilie zugänglich:

Welche dieser Wege für dein Objekt überhaupt in Frage kommen und sinnvoll sind, ist immer eine Einzelfallfrage, die dein Steuerberater beurteilt.

Häufige Fragen

Was bedeutet AfA bei einer Immobilie einfach erklärt?+
AfA steht für Absetzung für Abnutzung. Sie bildet den Wertverlust des Gebäudes über die Jahre ab und erlaubt dir als Vermieter, diesen Wertverzehr als Werbungskosten von deinen Mieteinnahmen abzuziehen. Grundlage ist § 7 EStG.
Kann ich den gesamten Kaufpreis abschreiben?+
Nein. Abnutzbar ist nur der Gebäudeanteil. Der Grund und Boden gilt steuerlich als nicht abnutzbar und bleibt unberücksichtigt. Deshalb muss der Kaufpreis in Gebäude- und Grundstücksanteil aufgeteilt werden.
Welcher AfA-Satz gilt für meine vermietete Immobilie?+
Bei der linearen AfA hängt der Satz vom Fertigstellungsjahr ab: in der Regel 2 Prozent (1925 bis 2022), 2,5 Prozent (vor 1925) oder 3 Prozent (ab 2023). Stand 2026, ohne Gewähr; die verbindliche Einordnung trifft dein Steuerberater.
Gehören die Kaufnebenkosten zur AfA-Bemessungsgrundlage?+
Ja, soweit sie auf das Gebäude entfallen. Notar- und Grundbuchkosten, Grunderwerbsteuer und eine Maklerprovision werden anteilig aufgeteilt; der Gebäudeanteil erhöht die Bemessungsgrundlage.
Wie viel Steuern spare ich durch die AfA konkret?+
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Die AfA mindert deine Einkünfte aus Vermietung; wie stark sich das auswirkt, hängt von deinem persönlichen Steuersatz und deinen übrigen Einkünften ab. Eine verbindliche Berechnung gehört zu deinem Steuerberater.

Was bedeutet das für dich konkret?

Wir rechnen dir dein persönliches, unverbindliches Szenario durch — ehrlich und kostenlos.

Hinweis: Dieser Beitrag erklärt allgemeine steuerliche Mechanismen und ersetzt keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Finanzierungsberatung. Steuerliche Wirkungen hängen von deiner persönlichen Situation ab und sind durch einen Steuerberater zu prüfen. Angaben nach bestem Wissen, Stand 2026, ohne Gewähr. Immobilien-Investments unterliegen Markt- und Finanzierungsrisiken. Sachgrund Immobilien GmbH ist als Immobilienvermittler nach § 34c GewO tätig und erbringt keine Steuerberatung.